Produktionskostenkontrolle mit ABAS ERP: Was bieten die Module?

Lesezeit: 5 Minuten | Aktualisiert im Juni 2026 | Gilt für: Auswahl eines Fertigungs-ERP-Systems · Kostenrechnung · Fertigungskostenkontrolle · Diskrete Fertigung · ERP-Modulvergleich · ABAS ERP

Zusammenfassung – ABAS ERP bietet eine integrierte Struktur, die die Produktionskosten bereits während des Prozesses sichtbar macht, ohne sie bis zum Monatsabschluss aufzuschieben. Vorabkalkulation und Auftragsverfolgung im PP-Modul, Rohstoffbewertung im MM-Modul, Gemeinkostenverrechnung im CO-Modul und automatische Buchung im FI-Modul – diese vier Module arbeiten zusammen und wandeln die Kostenkontrolle in Echtzeitdaten um. In diesem Artikel gehen wir darauf ein, welche Funktion die einzelnen Module von ABAS ERP im Produktionskostenmanagement erfüllen, welchen Beitrag jedes einzelne zum Prozess leistet und wie der Datenfluss zwischen den Modulen aussieht.


Inhalt

  • PP-Modul: Hier liegt der Ursprung der Kosten
  • MM-Modul: Kontrolle der Rohstoffkosten
  • CO-Modul: Die Seite, die die Kosten versteht
  • FI-Modul: Schließung des Zyklus
  • Zusammenfassung der Vorträge: Module und ihre Beiträge
  • Fazit: Kostentransparenz beeinflusst Entscheidungen


Viele Produktionsleiter erkennen die Rentabilität einzelner Produkte erst beim Monatsabschluss. Manche Unternehmen stellen sogar erst nach dem Buchhaltungsabschluss fest, dass ein Auftrag verlustbringend war. Diese Verzögerung kann dazu führen, dass Situationen, die eigentlich noch korrigiert werden könnten, zu irreparablen Verlusten werden.

ABAS ERP verfolgt bei dieser Tabelle einen anderen Ansatz: die Einbettung der Kosten in den Prozess. Vor der Eröffnung eines Arbeitsauftrags erfolgt eine Vorabkalkulation, während des gesamten Prozesses eine Echtzeit-Verfolgung und beim Abschluss ein Vergleich der Ist- mit den Standardkosten. Schauen wir uns Schritt für Schritt an, welche Rolle die einzelnen Module in diesem Prozess spielen.


PP-Modul – Produktionsplanung: Hier liegt der Ursprung der Kosten

Die Grundlage der Kostenkontrolle liegt in den Maßnahmen der Produktionsplanung. Das PP-Modul (Production Planning) von ABAS ERP steuert den Arbeitsauftragsprozess sowohl aus operativer als auch aus finanzieller Perspektive.

Vorschlag für einen Arbeitsauftrag und Vorabkalkulation

Wenn ein Produktionsbedarf entsteht – sei es aufgrund eines Kundenauftrags oder weil der Lagerbestand unter den Mindestbestand gefallen ist –, erstellt das System automatisch einen Arbeitsauftragsvorschlag. Entscheidend ist in dieser Phase Folgendes: Eine Vorabkalkulation (preliminary costing) kann bereits vor der Genehmigung des Arbeitsauftrags durchgeführt werden.

Die Vorabkalkulation ermittelt die voraussichtlichen Kosten des Produkts auf der Grundlage der Komponenten, Arbeitsschritte und Arbeitsstellen in der Stückliste. Damit lässt sich die Frage „Wie hoch wären unsere Kosten, wenn wir dieses Produkt herstellen würden?“ bereits vor Beginn des Prozesses beantworten.

Echtzeit-Kostenüberwachung: Materialentnahme und Zeiterfassung

Nach der Freigabe des Arbeitsauftrags fließen die Istkosten über zwei Hauptkanäle:

Materialentnahme: Wenn im Produktionsprozess Rohstoffe oder Halbfertigprodukte aus dem Lager entnommen werden, wird dieser Vorgang sowohl im Bestand als auch in der Kostenrechnung erfasst. Wurde zu viel Material entnommen, kann es mit einer negativen Menge wieder ins Lager zurückgeführt werden; dadurch bleibt die Kostenrichtigkeit gewahrt.

Zeiterfassung: Arbeits- und Maschinenstunden werden auf der Grundlage von Arbeitsaufträgen in das System eingegeben. Die Stundenlöhne der Mitarbeiter und die stündlichen Maschinenkosten werden diesen Einträgen zugeordnet, um die Arbeits- und Maschinenkosten zu berechnen.

Bestätigung der Fertigstellung und Endabrechnung

Sobald der Arbeitsauftrag abgeschlossen ist, führt das System die Endabrechnung (Final Costing) durch. In dieser Phase ergeben sich folgende Fragen: Wie viel Material wurde tatsächlich verbraucht? Wie viele Arbeits- und Maschinenstunden wurden aufgewendet? Wie groß war die Abweichung gegenüber den Standardkosten?

ABAS warnt den Benutzer, wenn die tatsächlichen Kosten des hergestellten Produkts über den geplanten Kosten liegen – so wird das Risiko vermieden, den Auftrag unwissentlich mit Verlust abzuschließen.


MM-Modul – Materialwirtschaft: Kontrolle der Rohstoffkosten

Den größten Anteil an den Produktionskosten haben in der Regel Rohstoffe und zugekaufte Komponenten. Das MM-Modul (Materialwirtschaft) von ABAS ERP sorgt für die Kontrolle in diesem Bereich.

Methoden zur Aktienbewertung

ABAS unterstützt verschiedene Methoden der Bestandsbewertung. Die Methode des Planpreises (planned price) wird in Produktionsumgebungen häufig eingesetzt, um die Konsistenz mit den Vorberechnungen zu gewährleisten. Auf diese Weise werden Schwankungen des Einkaufspreises kontrolliert in die Produktionskosten einbezogen.

Integration von Einkauf und Kostenrechnung

Im Einkaufsprozess wird automatisch eine Verknüpfung zwischen der eingegangenen Rechnung, der Bestandsbewegung und den Produktionskosten hergestellt. Sobald die Rechnung des Lieferanten verbucht wird, wird dieser Betrag den entsprechenden Bestands- und Kostenkonten zugeordnet. Eine separate Nachverfolgung, manuelle Verknüpfung oder Anpassungen zum Periodenende sind nicht erforderlich.

Nebenprodukte und Brandschutz

Nebenprodukte (By-Products) und Ausschuss, die im Produktionsprozess anfallen, werden in ABAS mit negativen Mengen in die Produktionsliste aufgenommen. Nebenprodukte werden zum geplanten Preis bewertet; die Ausschussmengen werden ebenfalls in die Endkosten einbezogen, sodass die tatsächlichen Produktionskosten ohne Abweichungen berechnet werden.


CO-Modul – Kostenrechnung: Die Seite, die die Kosten versteht

Operative Daten werden in PP und MM generiert; es ist jedoch das CO-Modul (Controlling), das diese Daten in Managemententscheidungen umsetzt.

Kostenschemen und Zuschlagsverfahren

Die Kostenkalkulation in ABAS basiert auf einer mehrstufigen Struktur:

  • Materialkosten + Herstellungskosten = Gesamtproduktionskosten
  • Herstellungskosten + Gemeinkostenzuschläge = Umsatzkosten (COGS)
  • Verkaufskosten + Sonderzuschläge = Empfohlener Verkaufspreis

Dieses System ermöglicht eine realistische Verteilung der Gemeinkosten (Miete, Energie, Verwaltungskosten usw.) auf die einzelnen Produkte. So entsteht ein Überblick, der nicht nur die direkten Material- und Arbeitskosten, sondern alle Kostenschichten berücksichtigt.

Kostenstellenrechnung

Das CO-Modul unterstützt eine flexible Standardkostenrechnung auf Kostenstellenbasis. Jede Kostenstelle oder Abteilung wird anhand ihrer eigenen Kostenstruktur definiert; diese Definitionen bilden die Grundlage sowohl für die Vorkalkulation als auch für die Istkostenverrechnung.

Korridor-Controlling: Planung vs. Ist-Zustand

Die „Corridor Controlling“-Funktion von ABAS bietet eine fortschrittliche Analyseumgebung, in der die Finanzplanung mit den Produktionskostendaten verknüpft wird. Dabei werden die geplanten Umsatz-, Gewinn- und Kostenstrukturen mit den Ist-Zahlen verglichen. Es können optimistische und pessimistische Szenarien modelliert werden, wodurch CFOs und Produktionsleiter auf der Grundlage desselben Datensatzes miteinander kommunizieren können.


FI-Modul – Finanzbuchhaltung: Abschluss des Buchungszyklus

Die Produktionskosten werden direkt in das FI-Modul (Finanzbuchhaltung) übernommen. Die Verbuchung erfolgt nicht manuell, sondern automatisch auf der Grundlage der Vorgänge im Produktionsprozess.

Sobald die Fertigstellungsbestätigung erfasst wurde, werden die Berechnungen auf der Grundlage der Stundenlohnsätze für Personal und Maschinen automatisch überprüft; so wird verhindert, dass fehlerhafte Buchungen in gesperrte Konten vorgenommen werden. Die Erfassung der Fertigwaren aus der Produktion sowie der Materialabgänge sorgt für eine konsistente Nachverfolgbarkeit zwischen Buchhaltung und Bestandsbewegungen.

Dank dieser Integration müssen sich die Teams bei den Periodenabschlüssen nicht mehr mit der Frage „Warum stimmen die Produktionsdaten und die Buchhaltungsdaten nicht überein?“ auseinandersetzen, sondern können sich stattdessen auf Analysen und Verbesserungen konzentrieren.


Zusammenfassung der Tabelle: Module und deren Beitrag zur Kostenkontrolle

ModulBeitrag
PP – ProduktionsplanungVorabkalkulation vor der Auftragserstellung, Material- und Zeiterfassung während des Prozesses, Endabrechnung und Abweichungswarnung
MM – MaterialwirtschaftBewertung von Rohstoffbeständen, Integration der Anschaffungskosten, Management von Ausschuss und Nebenprodukten
CO — KostenrechnungVerrechnung der Gemeinkosten, Kostenschemen, Kostenstellenrechnung, Soll-Ist-Vergleich
FI — FinanzbuchhaltungAutomatische Buchung, Konsistenz beim Periodenabschluss, Kontosperrungsprüfungen


Fazit: Kostentransparenz beeinflusst Entscheidungen

Die Tatsache, dass die Frage „Wie viel haben wir verdient?“ erst am Monatsende beantwortet werden kann, stellt für Produktionsunternehmen einen echten Wettbewerbsnachteil dar. Die Module PP, MM, CO und FI von ABAS ERP bringen diese Transparenz in den Prozess ein – sie schaffen eine durchgängige Kostenkette von der Vorabkalkulation bis zur Endabrechnung, vom Materialfluss bis zum Buchungssatz.

Wenn Sie erfahren möchten, mit welcher Konfiguration von ABAS ERP Sie Ihre Produktionskosten verwalten können, vereinbaren wir gerne einen Termin für ein Beratungsgespräch mit dem MindDX-Team.

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