Process Mining: Prozesse sichtbar machen, die das ERP-System nicht erkennt

Lesezeit: 7 Minuten | Veröffentlicht im August 2026 | Gilt für: Produktion · Betrieb · Process Mining · ProcessMind · CFO · Digitale Transformation

Die meisten Produktionsunternehmen glauben, ihre Prozesse zu kennen. Es gibt Ablaufdiagramme, die beschreiben, was bei Eingang eines Auftrags geschehen soll: Das Angebot wird genehmigt, der Auftrag wird in den Produktionsplan aufgenommen, der Einkauf wird ausgelöst, der Versand erfolgt. Aber läuft es in der Realität auch wirklich so ab?

In der Praxis sieht es meist anders aus. Es ist eine Tatsache, dass ein und derselbe Auftrag dreimal durch die Hände geht, sich Aufträge stapeln, die tagelang auf ihre Freigabe warten, und dass Situationen, die als „Ausnahme“ gelten, in Wirklichkeit zur Regel geworden sind. Ihr ERP-System protokolliert zwar jeden Schritt, wandelt diese Aufzeichnungen jedoch nicht in ein aussagekräftiges Prozessbild für Sie um. Genau diese Lücke schließt Process Mining: Indem es die digitalen Spuren Ihrer ERP-, CRM- und anderer Systeme auswertet, deckt es auf, wie Ihre Prozesse tatsächlich ablaufen.

Zusammenfassung — Process Mining rekonstruiert den tatsächlichen Ablauf Ihrer Prozesse objektiv, indem es die von Ihren Systemen erzeugten Ereignisprotokolle (Event Logs) auswertet. Ein ERP-System ist ein Buchhaltungssystem; es erfasst Transaktionen, zeigt jedoch nicht, wie diese insgesamt einen Ablauf bilden und wo es zu Engpässen kommt. ProcessMind macht Process Mining für mittelständische Hersteller ohne langwierige Implementierungen und hohe Kosten zugänglich: mit der Clarity Engine lassen sich übersichtliche Prozesslandkarten erstellen, CSV-/Excel-Daten können ohne Integration importiert werden, die Prozessmodellierung erfolgt mithilfe von KI in natürlicher Sprache und Simulationen ermöglichen das Testen von Optimierungen vor deren Umsetzung. In diesem Artikel gehen wir darauf ein, was Process Mining ist, warum ERP allein nicht ausreicht und wo es in der Produktion konkreten Mehrwert schafft.

Inhalt

  • Was ist Process Mining? Der „MR“ Ihrer Prozesse
  • Warum reicht es nicht aus, einfach nur „ERP“ zu sagen?
  • Der ProcessMind-Vorteil: kein kompliziertes, sondern ein leicht zugängliches Process Mining
  • Wo schafft Process Mining in der Produktion einen Mehrwert?
  • Fazit: Nicht mit Annahmen, sondern mit Daten führen


Was ist Process Mining? Der „MR“ Ihrer Prozesse

Process Mining ist sozusagen eine Art MRT-Aufnahme Ihrer Geschäftsprozesse. Ein Röntgenbild zeigt die Knochen; ein MRT hingegen legt Schicht für Schicht offen, was sich im Gewebe befindet. In ähnlicher Weise zeigen Ihnen herkömmliche Berichte Ergebnisse wie „Wie viele Aufträge wurden diesen Monat abgeschlossen?“. Process Mining hingegen zeigt, welche Wege diese Aufträge durchlaufen haben, bis sie abgeschlossen wurden, wo sie ins Stocken gerieten und wie oft sie zurückgeschickt wurden.

Technisch gesehen arbeitet Process Mining auf der Grundlage der Ereignisprotokolle (Event Logs) Ihrer Systeme. Jeder Vorgang enthält einen Zeitstempel, eine Fall-ID (z. B. eine Bestellnummer) und eine Aktivitätsbezeichnung. Durch die Verknüpfung dieser drei Informationen analysiert Process Mining Tausende von Fällen und rekonstruiert so automatisch den tatsächlichen Prozessablauf. Das Ergebnis ist keine Vermutung à la „Meiner Meinung nach läuft der Prozess so ab“, sondern eine objektive Darstellung, die sich aus den Daten selbst ergibt.


Warum reicht es nicht aus, einfach nur zu sagen: „Wir haben ein ERP-System“?

Die Einführung eines ERP-Systems bedeutet nicht automatisch, dass Sie Ihre Prozesse überblicken können. Ein ERP-System ist ein Buchungssystem – es erfasst Vorgänge, ist jedoch nicht darauf ausgelegt, zu veranschaulichen, wie diese Vorgänge insgesamt einen Arbeitsablauf bilden. In Produktionsunternehmen bietet sich häufig folgendes Bild:

  • Unsichtbare Engpässe: Sie wissen zwar, dass die Bearbeitung eines Auftrags durchschnittlich 12 Tage dauert, aber Ihnen ist nicht bewusst, dass 7 dieser 12 Tage allein durch das Warten auf einen einzigen Genehmigungsschritt verloren gehen.
  • Prozessabweichungen: Der definierte Prozess besteht aus 6 Schritten; tatsächlich durchlaufen jedoch die Hälfte der Aufträge 9, 11 oder sogar 15 verschiedene Wege. Diese Abweichungen (Varianten) werden in der Regel gar nicht gemessen.
  • Nachbearbeitung (Rework): Die wiederholte Aktualisierung, Rücksendung oder Korrektur desselben Datensatzes verursacht Kosten, die in Standardberichten jedoch nicht erscheinen.
  • Systemübergreifende Lücken: Ein Auftrag beginnt im CRM, wird im ERP in die Produktion übernommen und in der Logistik abgeschlossen. Die Verluste, die bei diesen Übergängen entstehen, lassen sich in keinem einzelnen System vollständig nachverfolgen.

An dieser Stelle verbessern Strukturen wie die CRM-ERP-Integration den Datenfluss; um jedoch festzustellen, wo genau im Datenfluss Engpässe auftreten, ist Prozessmining erforderlich.


Der ProcessMind-Vorteil: Kein kompliziertes, sondern ein leicht zugängliches Process Mining

Process Mining galt lange Zeit als eine Technologie, die nur großen Unternehmen zugänglich war und monatelange Implementierungen sowie hohe Kosten erforderte. ProcessMind ändert diese Situation. Mit der im November 2025 angekündigten Self-Service-Plattform hat das Unternehmen Process Mining für mittelständische Unternehmen zugänglich gemacht: Datenimport, Prozessvisualisierung und Optimierungssimulation werden in einem einzigen Arbeitsbereich vereint.

Drei wesentliche Merkmale machen ProcessMind zu einer praktischen Lösung für produzierende KMU:

1. Clarity Engine – macht Schluss mit dem Problem der „Spaghetti-Diagramme“. Die meisten Process-Mining-Tools wandeln komplexe Prozesse in unlesbare, ineinander verwickelte Diagramme um. Die Clarity Engine von ProcessMind ordnet die Aktivitäten entsprechend ihrer tatsächlichen Abfolge an und erstellt so übersichtliche, lesbare und aussagekräftige Prozesskarten. Das Ziel ist es, dass der Entscheidungsträger einen Blick auf die Karte werfen und innerhalb von Sekunden erkennen kann: „Hier liegt der Engpass.“

2. Dateneingabe ohne Integrationsaufwand. Sie können Ihre Prozessdaten innerhalb von Sekunden auf die Plattform übertragen. Einfache CSV- oder Excel-Exporte reichen aus – aufwendige IT-Projekte oder komplexe Integrationen sind nicht erforderlich. Felder wie Fall-ID, Aktivitätsname und Zeitstempel werden automatisch validiert und zugeordnet. Dies ist ein entscheidender Vorteil für Produktionsunternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen.

3. Prozessmodellierung in natürlicher Sprache mithilfe von KI. Mit der neuen KI-Funktion von ProcessMind reicht es aus, einen Prozess in Form von einfachem Text zu beschreiben; die Plattform wandelt diesen automatisch in ein strukturiertes BPMN-Prozessmodell um. Dadurch wird die Prozessabbildung zu einer Aufgabe, die nicht nur von Experten, sondern von jedem im Team durchgeführt werden kann.

Die Plattform bietet zudem Simulationsfunktionen: Nachdem Sie den Ist-Zustand analysiert haben, können Sie testen, wie sich eine Verbesserung (beispielsweise der Wegfall eines Genehmigungsschritts) auf die Prozessdauer auswirken würde, bevor Sie diese tatsächlich umsetzen.

Wo schafft Process Mining in der Produktion einen Mehrwert?

Für mittelständische Hersteller in der Türkei sind dies die konkretesten Anwendungsbereiche des Prozess-Minings:

  • Verkürzung der Zeit vom Auftragseingang bis zur Auslieferung: Unterscheiden, welche Schritte in der Zeit vom Auftragseingang bis zum Versand tatsächlich einen Mehrwert schaffen und welche lediglich zu Wartezeiten führen.
  • Verzögerungen im Beschaffungsprozess erkennen: Feststellen, an welcher Stelle in der Genehmigungskette der Beschaffungsanträge es zu Engpässen kommt.
  • Abweichungen vom Produktionsplan messen: Die Differenz zwischen dem geplanten Arbeitsablauf und dem tatsächlichen Ablauf vor Ort quantitativ erfassen. Diese Sichtweise ergänzt den mit APS und IIoT aufgebauten Echtzeit-Datenstrom.
  • Den Nutzen einer ERP-Investition nachweisen: Durch den Vergleich der Prozessdaten vor und nach einem Digitalisierungsprojekt konkrete Verbesserungen aufzeigen – dies ist der objektivste Weg, um den Nutzen einer ERP-Investition zu messen.

Einen Prozess, den man nicht messen kann, kann man auch nicht verbessern. Process Mining schließt die Lücke zwischen dem „Messen des Betriebs“ und dem „Sehen des Betriebs“.


Fazit: Nicht mit Annahmen, sondern mit Daten führen

Diskussionen über die Effizienz in der Produktion basieren oft auf Vermutungen: „Meiner Meinung nach verlieren wir am meisten Zeit bei der Qualitätskontrolle.“ Process Mining versetzt diese Diskussion auf eine objektive Grundlage. Es legt Ihnen eine genaue Übersicht über Ihre Prozesse vor und zeigt Engpässe, Wiederholungen und Abweichungen Schritt für Schritt und im Einzelnen auf.

Ihr ERP-System sagt Ihnen, wie die Prozesse ablaufen sollten. ProcessMind zeigt Ihnen hingegen, wie sie tatsächlich ablaufen. Wenn beides zusammenkommt, wird die digitale Transformation nicht länger eine Annahme, sondern zu einem messbaren Ergebnis.

Möchten Sie einen genauen Überblick über Ihre Prozesse erhalten? Wir bei MindDX analysieren mit ProcessMind die betrieblichen Prozesse Ihres Unternehmens und decken versteckte Engpässe auf. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf oder besuchen Sie unsere ProcessMind-Lösungsseite.

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