Lesezeit: 6 Minuten | Veröffentlicht im August 2026 | Gilt für: Produktionsplanung · APS · SkyPlanner · Begrenzte Kapazität · Terminmanagement · Produktionsleiter · Betrieb
„Der Vertrieb gibt dem Kunden einen Liefertermin, die Produktion kann diesen Termin nicht einhalten, und das Vertrauen schwindet.“ Dieser Kreislauf ist in den meisten produzierenden Unternehmen bekannt. Das Problem liegt in der Regel nicht im Einsatz des Teams, sondern darin, wie der Liefertermin festgelegt wird: In vielen Unternehmen basieren Terminzusagen nach wie vor auf Schätzungen, Erfahrungen aus der Vergangenheit oder dem optimistischen Gefühl, dass „es schon irgendwie klappen wird“. Dabei ist die Angabe eines realistischen Liefertermins keine Frage der Schätzung, sondern der Kalkulation – und im Mittelpunkt dieser Kalkulation steht die Planung begrenzter Kapazitäten.
Zusammenfassung — Der Hauptgrund dafür, dass Liefertermine nicht eingehalten werden, liegt darin, dass bei der Planung von einer unbegrenzten Kapazität ausgegangen wird. Die klassische MRP-Logik konzentriert sich auf die Frage „Wann steht das Material bereit?“, lässt jedoch die Frage „Wann können die Maschinen diesen Auftrag ausführen?“ außer Acht. Die Planung mit begrenzten Kapazitäten (APS) berücksichtigt Maschinen- und Personalengpässe und ermittelt so einen realistischen Termin. In diesem Artikel gehen wir darauf ein, warum Liefertermine nicht eingehalten werden, was die Planung mit begrenzten Kapazitäten ist, wie der korrekte Termin Schritt für Schritt berechnet wird und was passiert, wenn ein Eilauftrag eingeht.
Inhalt
- Warum hält er sich nicht an die vereinbarten Liefertermine?
- Was ist eine Kapazitätsplanung mit festen Kapazitäten?
- Wie berechnet man den richtigen Termin? (Schritt für Schritt)
- Was passiert, wenn eine Eilbestellung eingeht? Sofortige Neugewichtung der Prioritäten
- Die geschäftlichen Auswirkungen einer verlässlichen Termintreue
- Fazit: Sich beim Versprechen nicht irren
Warum hält er sich nicht an die vereinbarten Liefertermine?
Die häufigste Ursache ist die Annahme, dass die Kapazitäten unbegrenzt sind. Bei der klassischen Materialbedarfsplanung (MRP) konzentriert man sich bei der Berechnung des Fertigstellungszeitpunkts eines Auftrags meist auf die Frage „Wann steht das Material bereit?“, ohne zu berücksichtigen, wie stark die Maschinen zu diesem Zeitpunkt bereits mit anderen Aufträgen ausgelastet sind. Infolgedessen wird ein Termin, der auf dem Papier möglich erscheint, unter der tatsächlichen Auslastung der Werkstatt unmöglich. Sich überschneidende Aufträge innerhalb derselben Woche, eine begrenzte Anzahl an Arbeitsplätzen und unvorhergesehene Notfälle machen diese Prognosen nacheinander zunichte.
Was ist eine Kapazitätsplanung mit festen Kapazitäten?
Die Planung mit begrenzten Kapazitäten ist ein Ansatz, bei dem Maschinen- und Personalkapazitäten bei der Produktionsplanung als echte Einschränkungen berücksichtigt werden. Das heißt, es wird die Information „Diese Maschine kann jeweils nur einen Auftrag bearbeiten und ist derzeit zu diesem Grad ausgelastet“ einbezogen. Fortgeschrittene Planungs- und Terminierungssysteme (APS) basieren auf dieser Logik: Jeder Arbeitsauftrag wird entsprechend der aktuellen Auslastung, den Kapazitäten und den Prioritätsregeln in einen konkreten Zeitrahmen eingeordnet. Der daraus resultierende Termin ist somit kein Wunschtermin, sondern eine planbare Zusage.
Wie berechnet man den richtigen Termin? (Schritt für Schritt)
- Aktuelle Auslastung anzeigen: Es wird ermittelt, mit welchen Aufgaben die einzelnen Arbeitsplätze/Stationen derzeit beschäftigt sind und wie stark sie ausgelastet sind.
- Ermitteln Sie den Kapazitätsbedarf für den neuen Auftrag: Es wird berechnet, welche Arbeitsschritte der Auftrag durchläuft und wie viel Zeit jeder Arbeitsschritt in Anspruch nimmt.
- Wende die Prioritätsregeln an: Der Auftrag wird entsprechend den Prioritäten der laufenden Aufträge in geeignete Lücken eingefügt.
- Ermitteln Sie den realistischen Fertigstellungstermin: Daraus ergibt sich das Datum, an dem der Auftrag unter Berücksichtigung der begrenzten Kapazitäten tatsächlich abgeschlossen werden kann – das ist der Termin, der zugesagt werden kann.
Dieser Prozess macht den Liefertermin nicht mehr zu einer bloßen „Vermutung“, sondern zu einer durch Daten untermauerten Verpflichtung.
Was passiert, wenn eine Eilbestellung eingeht? Sofortige Neugewichtung der Prioritäten
In der Produktionspraxis bleibt ein Plan nie unverändert: Es kommt ein Eilauftrag herein, eine Maschine fällt aus oder eine Priorität ändert sich. Genau hier zeigt sich die Stärke einesauf begrenzten Kapazitäten basierenden APS. Wenn ein neuer Eilauftrag hinzukommt, berechnet das System den gesamten Zeitplan sofort neu und beantwortet innerhalb weniger Minuten die Frage: „Wie wirken sich die Termine der anderen Aufträge aus, wenn ich diesen Eilauftrag dazwischen schiebe?“ So können die zugesagten Termine neu bewertet werden, bevor sie zu unerwarteten Verzögerungen führen. SkyPlanner APS nutzt für diese Szenarien eine KI-gestützte Planung auf Basis begrenzter Kapazitäten.
Die geschäftlichen Auswirkungen einer verlässlichen Termintreue
- Kundenvertrauen: Die Einhaltung von Terminen ist die Grundlage für Folgeaufträge und langfristige Geschäftsbeziehungen.
- Weniger Verzugsgebühren: Insbesondere bei Auftrags- und Exportgeschäften stellen verspätete Lieferungen direkte Kosten dar; eine sorgfältige Planung mindert dieses Risiko.
- Abstimmung zwischen Vertrieb und Produktion: Der Vertrieb gibt realistische Termine zu; die Produktion arbeitet nach einem Plan, den sie auch einhalten kann. Beide Seiten haben die gleiche Sicht auf die Realität.
Fazit: Sich beim Versprechen nicht irren
Ein realistischer Liefertermin ergibt sich nicht aus Optimismus, sondern aus der korrekten Einschätzung der Kapazitäten. Die Planung auf Basis begrenzter Kapazitäten verwandelt die Frage „Wann kann ich eine Zusage machen?“ von einer Schätzung in eine konkrete Berechnung. Während ein ERP-System Ihre aktuellen Produktionsdaten erfasst, sorgt eine zusätzlich integrierte APS-Ebene dafür, dass diese Daten in realistische Termine umgewandelt werden; diesen Zusammenhang können Sie in unserem Artikel über produktionsorientierte ERP-Lösungen näher betrachten.
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